2 Umgang mit Gedichten: Vorab eine Kurzfassung der wichtigsten Infos und Tipps für die Eiligen:

Tipp 1: Die Aufgabe sorgfältig lesen - das ist häufig schon die halbe Lösung

Das mag einem übertrieben vorkommen - aber es ist auf jeden Fall sinnvoll, die Aufgabenstellung genau zu lesen, das gilt besonders für die Aufgabenteile, die nicht gewissermaßen automatisch entstehen, weil man eben eine bestimmte Anzahl von Schritten abarbeiten soll.

Das hat außerdem den Vorteil, dass man gleich am Anfang den Lehrer noch fragen kann - bevor der vielleicht durch eine andere Aufsicht (bei einer Klassenarbeit) ersetzt wird.

 

Tipp 2: Bei einer Klassenarbeit: Einen Zeitplan erstellen

Seitdem nette Lehrer dazu übergegangen sind, ihren Schülern einen Zeitplan an die Tafel zu schreiben, hat das kollektive Stöhnen ganzer Klassen, wenn es dann plötzlich zur Halbzeit schellt oder der Lehrer auf Nachfrage die verbleibende Zeit genannt hat, deutlich abgenommen.

Diejenigen, die solche Lehrer nicht haben oder einfach auch ohne solche Hilfen ihre Aufgaben ganz selbstständig lösen wollen, sollten sich wirklich am Anfang 5 Minuten gönnen und sich genau überlegen, wieviel Zeit man sich für die Aufgabenteile reservieren soll.

Tipp 3: Nicht erschrecken lassen

Grundsätzlich nicht von Gedichten erschrecken lassen - es gehört zu ihrem Wesen, dass sie

  1. sehr konzentriert und
  2. zum Teil verrätselt sind
  3. und viel mit besonderen sprachlichen Mitteln arbeiten.

Für diese Probleme gibt es aber gute Hilfsmittel:

Tipp 4: Nicht glauben, dass man gleich alles verstehen muss

Auch wenn am Ende ein möglichst gutes Verständnis des Gedichtes stehen soll - man muss es nicht gleich verstehen.

 

Tipp 5: Aber gleich alles sichern, was klar und verständlich ist

Und wenn man dann schon einiges gleich versteht: am besten gleich zum Beispiel mit einem grünen Textmarker markieren. Dann bekommt man gleich schon mal Hoffnung - und kann die gelben oder gar roten Zonen leichter ertragen.

Allerdings immer im Auge behalten, dass es sich um ein vorläufiges Verständnis handelt, das sich ändern kann, je weiter man liest und je tiefer man in das Gedicht eindringt.

 

Tipp 6: Lücken mit eigenen Erfahrungen bzw. Überlegungen füllen (Hypothesenbildung)

Wenn man das beachtet, was eben gesagt worden ist, man also vorsichtig mit den eigenen Meinungen ist, um Irrwege zu vermeiden, dann kann man auch an schwierigen bzw. lückenhaften Stellen mutig sein und einfach mal eine Idee entwickeln, wie das gemeint sein könnte und worauf es sich beziehen lässt.

Wenn es nämlich keine bessere Lösung gibt, dann ist die die beste ;-)

Tipp 7: Signale bündeln

Alles, was der Sprecher/das lyrische Ich präsentieren, sind Signale. Wenn folgende Signale in die gleiche Richtung gehen, dann sollte man sich das vermerken, am besten als SB, als Signalbündel. Zum Beispiel kann mehrfach auf eine traurige Situation verwiesen werden, dann gibt es eben ein entsprechendes Signalbündel. Ein anderes beschäftigt sich mit der Frage des Umgangs usw.

Tipp 8: Künstlerische Mittel erkennen und "funktionalisieren"

 

Was die sogenannten "künstlerischen" oder "sprachlichen" Mittel angeht, tun sich Schüler besonders schwer, dabei gibt es eine ganz einfache Definition: Alles, was vom normalen, inzwischen ziemlich wirkungslosen Sprachgebrauch abweicht, ist ein künstlerisches Mittel.

Tipp 9: Nicht "paraphrasieren", sondern "analytische" Begriffe verwenden und zählen

Wichtig ist, nicht einfach wiedergeben, was im Gedicht steht.

Sondern zeigen, was das Lyrisch Ich da eigentlich präsentiert.

Tipp 10: Übergänge schaffen und Zusammenfassungen schreiben

Wie bei anderen Analysen auch, sollte man deutlich machen, wenn man zu einem neuen Aufgabenteil kommt - möglichst mit einer Überleitung: "Nachdem die Frage der Intentionalität geklärt ist, geht es darum, durch welche Mittel sie unterstützt wird..." Man sieht hier, dass man sich Standardformulierungen basteln kann, die man immer wieder verwenden kann.

 

Nun noch einmal zu unserem Schaubild weiter oben: Die drei "Lösungswege"

Nun also in Kürze die Lösungen der drei Probleme:

  1. Der Verknappung begegnet man am besten, indem man das Fehlende versuchsweise ergänzt. Dabei ist wichtig, nicht irgendetwas zusammenzufantasieren, sondern die Verständnis-Ergänzung sollte bestmöglich zu den Dingen, die im Gedicht stehen, passen.
  2. Ähnliches gilt für die "Verrätselung": Einfach erst mal das Rätsel deutlich machen und dann Überlegungen anstellen, wie man es lösen könnte.
  3. Was die "Verkünstlichung" angeht, immer daran denken, dass es sich um Mittel zu einem Aussage-Zweck handeln sollte. Also: Nicht einfach Sachen auflisten, sondern zeigen, was die vielen Metaphern leisten oder warum der Gegensatz eine so große Rolle spielen darf, ja muss.

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