Kommentare - die natürlichste Sache im Alltag

Kommentare sind eine wichtige Textsorte, das beginnt mit Bemerkungen im persönlichen Gespräch: das war der beste Film, den ich je gesehen habe. Oder das Essen hätte doch etwas mehr gewürzt sein können. Oder auf der Fußballtribüne: warum fragt er denn nicht? Alles das sind Kommentare, weil sie eine Anmerkung zu einem aktuellen Geschehen machen, positiv, negativ, ergänzend oder einfach auf etwas aufmerksam machen.

Kommentare im Deutschunterricht

Neben diesen gewissermaßen ganz natürlichen Kommentaren des Alltags gibt es in der Schule natürlich auch die Beschäftigung mit einer Textsorte, die professionell in den Medien verwendet wird. Schauen wir mal rein, was Wikipedia dazu sagt:

Auswertung eines Wikipedia-Artikels: Allgemeine und praktische Hinweise mit Kommentar

https://de.wikipedia.org/wiki/Kommentar_(Journalismus)

Abgerufen: 16.2.2020, 10:45 Uhr

  1. „Ein Kommentar im Journalismus ist ein Meinungsbeitrag zu einem Thema,"
    • Hier wird das noch mal aufgenommen, was wir selbst schon aus dem Alltagsleben festgestellt haben: Es geht um einen Beitrag in einer Diskussion oder einem vergleichbaren Kontext, in dem man zu einem Thema seine Meinung sagt.
    • Es folgen einige Punkte (namentliche Nennung des Autors, ggf. sogar Abbildung bzw. im Fernsehen selbst gesprochen), die wir hier weglassen, weil sie für den Deutschunterricht weniger interessant sind.
    • Ebenso lassen wir die Hinweise auf Nachbar-Textsorten wie "Glosse" und "Kolumne" hier erst mal raus.
    • Wichtiger ist schon der Hinweis auf den Trend, dass in vielen Medien heute Nachricht und Kommentar nicht mehr richtig auseinandergehalten werden. Aber auch das hier nicht unser Thema, denn wir dürfen ja unsere "Meinung" in einem Kommentar unterbringen - und die sachlichen Informationen gehören dann auch dazu.
  2. Wikipedia zitiert dann aus einem Fachbuch: Projektteam Lokaljournalisten (Hg.): ABC des Journalismus. 6. Auflage. 1990, S. 109:
    „Der Kommentar
    • nimmt im Regelfall zu einer aktuellen Nachricht Stellung.
    • "Er erläutert die Wichtigkeit des Themas,"
      • Darauf wird man in einem Schulkommentar sicherlich ganz selbstverständlich eingehen, wie man es immer in einer Einleitung macht.
      • Wenn man das als Schüler schreibt, ist die Wichtigkeit sowieso in besonderer Weise da.
      • Allenfalls besteht die Gefahr, dass man eben aus einer Interessen-Situation heraus schreibt, aber das ist ja bei einer Meinung völlig in Ordnung. Man sollte es nur im Auge behalten.
    • "interpretiert die Bedeutung,"
      • Das ist ja eine etwas seltsame Formulierung, weil man mit Interpretation eigentlich in der Schule fast immer etwas mit der Analyse von Gedichten oder Kurzgeschichten verbindet.
      • Das stellen wir jetzt hier einfach erst mal zurück und schauen mal, wie es uns beim praktischen Schreiben geht, ob da über die Richtigkeit hinaus noch etwas wie Interpretation ins Spiel kommt.
      • Es könnte aber auch sein, dass hier mit "Interpretation" ein näheres Eingehen auf den Autor und seine Interessenlage beziehungsweise Kompetenz gemeint ist.
    • "macht mit Zusammenhängen vertraut,"
      • Das ist für Schüler immer erst mal ein bisschen schwierig,
      • bei dem Schulthema aber dürfte es zumindest aus Schüler-Perspektive ganz gut möglich sein.
    • "stellt Kombinationen an,"
      • Hier weiß man nicht so recht, was gemeint ist.
      • Wahrscheinlich geht es um Zusammenhänge mit anderen Themen oder auch mit Aspekten der Wirklichkeit, zum Beispiel den Kosten, die ein Vorschlag mit sich bringen könnte.
    • "wägt unterschiedliche Auffassungen ab,"
      • Die sollte sicherlich im Auge behalten werden, aber bei der Meinung ist es immer auch so, dass man etwas stärker auf der eigenen Linie bleibt und sie entsprechend "zum Leuchten" bringt.
      • Das macht einen Kommentar für den Leser ja auf jeden Fall interessanter.
      • Die Gefahr besteht aber immer, dass man vorwiegend für die eigene PeerGroup schreibt, also die Leute, die in der selben Situation sind. Das trägt aber nicht unbedingt zur Verständigung mit denen bei, die eine andere Meinung haben.
      • Außerdem geht es letztlich ja darum, sich möglichst auf etwas Gemeinsames zu verständigen.
        (Hier muss man aber auch berücksichtigen, dass diese Liste erst mal für Journalisten erstellt worden ist!)
    • "setzt sich mit anderen Standpunkten auseinander"
      • Das muss auf jeden Fall soweit geschehen, dass die eigene Meinung nicht mit einem ganz einfachen Argument aus den Angeln gehoben werden kann.
      • Man kann sich zum Beispiel nicht völlig gegen die Schule aussprechen, ohne Ideen zu entwickeln, wie auf realistische Art und Weise die gleichen Ziele auch anders erreicht werden können.
    • "und verhilft dem Leser dazu, sich ein abgerundetes Bild über das Ereignis zu machen.“
      • Hierbei muss berücksichtigt werden, dass auch schon die Erwähnung eines einzigen zusätzlichen Punkte hilft, dass der Leser eben weiter kommt zu einem abgerundeten Bild.
      • Denn: Es ist wohl kaum möglich, dass ein Kommentar letztlich das dann schafft, was zum Beispiel der Artikel Schreiber vorher nicht schon geschafft hat.
  3. "In einem guten Kommentar sollte der Hintergrund analysiert und erklärt",
    • Das gilt vor allem natürlich für Journalisten, die die Zeit und die Möglichkeit haben, sich um diese Dinge zu kümmern.
    • In einem Kommentar in der Schule wird es kaum möglich sein.
  4. "außerdem die Meinung des Schreibers argumentativ belegt werden."
    • Das ist auf jeden Fall ein wichtiger Aspekt, allerdings darf nicht vergessen werden, dass Argumentation nicht alles ist.
    • Es geht auch durch aus darum, den Leser zu eigenen Überlegungen anzuregen. Das kann auch durch Anschaulichkeit oder durch Überspitzung geschehen.
    • Auch hier muss natürlich beachtet werden, dass diese Liste von Dingen, die man bei einem Kommentar beachten muss, für Journalisten geschrieben worden ist.
    • Die sollen natürlich nicht die Leser verschrecken, also ist es wichtig, dass sie mit guten Argumenten für mehr Nachdenklichkeit als Widerstand oder Protest Sorgen.
  5. " Er soll die Leser dazu anregen, sich eine eigene Meinung zum Thema zu bilden.“
    • Das ist sicherlich ein Ideal, man darf aber eben nicht vergessen, dass der Kommentar eben erst mal einen persönlichen Akzent setzt.
    • Die eigene Meinung des Lesers wird auch dadurch gefördert, dass man ihn gewissermaßen durch eine überspitzte Position zum Widerspruch reizt.
    • Auch hier muss man beachten, dass das Ratschläge für Journlaisten gedacht sind und die haben natürlich eine größere Verantwortung bei einem Kommentar als jemand, der sich einfach nur aufregt.
    • Allerdings merkt man auch hier sofort den Unterschied zwischen Leserbrief und Kommentar.
    • Der Leserbrief darf sehr viel unüberlegter und spontaner sein, solange er nicht in Beleidigungen und Ähnliches ausartet,
    • der Kommentator hat hier schon eine größere Verantwortung oder muss sich einem größeren Anspruch stellen.

Nachdem wir nun die Grundlagen geklärt werden, können wir uns einem Objekt, nämlich dem Focus-Artikel zuwenden.

(Wird hier noch verlinkt!)

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