Kleiner Online-Kurs zum Umgang mit Sachtexten

 

1.      Begreifen, dass „Sachtexte“ das Normalste von der Welt sind

  • Am besten versteht man, was Sachtexte sind, wenn man sich das Wort mal genau anschaut.
    • Es besteht aus den zwei Bestandteilen "Sach" und "Texte"
    • Fangen wir mit dem hinteren Teil an, der bei zusammengesetzten Wörtern immer der wichtigere ist: Es handelt sich um "Texte" - und das sind in der Sprachwissenschaft nicht nur schriftliche Äußerungen, sondern auch mündliche.
    • Kommen wir also zum vorderen Bestandteil, der ist sehr wichtig: Es geht bei Sachtexten nämlich immer um eine "Sache". Und früher verstand man darunter "Sachverhalte", um die gestritten wurde.
      Der "Sachstand" ist dann der aktuelle Stand der Behandlung der Sache.
    • Damit ist auch klar, dass "Sachtexte" nicht "sachlich" sein müssen. Denn gerade, wenn gestritten wird, fliegen die Fetzen. Wenn jemand in seiner "Sache" kurz vor dem Urteil noch ein "letztes Wort" sagt, wird er wahrscheinlich noch mal in flammenden Worten seine Unschuld beteuern oder mit Tränen in den Augen einen Text verlesen, indem er mit vielen Argumenten um eine milde Strafe bittet. Auch das sind Sachtexte.
  • Schauen wir uns mal zwei Beispiel aus dem Alltag an:
    • Beispiel 1: Eine Nachricht, mündlich oder schriftlich: „Hallo Frau Müller, hier ist das Autohaus Meier. Ihr Auto ist fertig und Sie können es direkt bei uns abholen. Heute haben wir bis 17 Uhr geöffnet.“
    • Beispiel 2: Eine Nachricht, mündlich oder schriftlich: „O, Mann, Herr Müller, Sie haben schon wieder Ihren Wagen so abgestellt, dass wir mit unserem Wohnmobil nicht auf unseren Parkplatz können. Ist das denn so schwer, sich an unsere Absprache zu halten. Ich wäre Ihnen wirklich sehr, sehr dankbar, wenn Sie ganz schnell Ihren Wagen wegfahren. Danke.“

Dieses sehr "raue" Schaubild soll zeigen, dass die Masse der Kommunikation zwischen Menschen von Sachtexten bestimmt wird - literarische, also fiktive, künstlerische Texte spielen nur eine Rolle am Rande.

Dann soll deutlich werden, dass Sachtexte sachlich sein können (etwa im Bereich der Beschreibung), aber auch Gefühle zeigen können, weniger im argumentativen als vielmehr im appellativen Bereich.

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